Drei Fragen an Marina Weisband (3/3): worauf die Miniaturisierung hinausläuft

3. Frage:

du hattest ja eben über die Bedeutung von Tablets und Smartphones gesprochen und den neuen Zugang, den diese Medien zur Welt der Software und Technologie erschaffen. Der Trend zu Tablets, also kleineren Strukturen und immer ergonomischen Lösungen wird ja weitergehen, die Welt bleibt ja nicht stehen. Also alles, was machbar ist, erst kommt die Werbung und es wird dann ja auch gekauft. Google Glass und diese Uhren namens iWatch sind vorangekündigt und es wird ein unglaublicher Hype ausgelöst um diese Themen.

Fortschritt

Jetzt stell dir vor, wir sind Großeltern, also ich bin Opa, du bist dann Oma usw.
Und deine Enkelin kommt rein und sagt:

“boah ey Oma, ich hab mir grad den neuesten Chip einpflanzen lassen. Geil!”

Werden wir dann die Generation sein, die dann sagt: “Also Kind! – wir haben ja auch schon viel mitgemacht, aber nach allem was uns jemals gesagt wurde: das ist nicht gut, lass bloß die Finger davon!” ?

Ungefähr so, wie heute immer noch viele Menschen das Internet aus Prinzip ablehnen –
da würde mich ein letztes Mal deine Meinung zu interessieren.

3.) Marina Weisband:

“Mit der Miniaturisierung, das stimmt schon. Ich würde das jetzt grundsätzlich nicht schlimm finden, ich finde man muss halt immer nach dem Sinn fragen und dann im Einzelfall nochmal hinschauen, also wofür der Chip ist und was der macht usw, das ist wichtig, man muss die Freiheit des einzelnen erhalten. Das ist genauso, wie jetzt gerade die Grundlagen für’s Internet festgezogen werden. Wo wir ja auch ganz genau hinsehen und versuchen, das Thema Datenschutz und persönliche Freiheit und Transparenz und Kontrolle alles in eine sinnvolle Richtung zu lenken.

Aber da kann man halt verschiedene Meinungen zu haben, das ist vielleicht auch ganz gut so. Das ist halt wie in der Politik, da gibt es den Widerstreit zwischen den Konservativen, und den Liberalen, und den Sozialen usw. und die fortlaufende Diskussion darüber ist wie ein Regulativ. Da wird jede Sache fortlaufend verändert und dem einen passt dies nicht, und dann muss der andere hier noch was ändern und ganz langfristig betrachtet setzen sich halt bestimmte Dinge durch. Das ist wie ein ständiges Zerren um die Sache.

Ich bin halt eher progressiv und da sich solche grundlegenden Einstellungen nur selten ändern, finde ich sowas dann eher gut. Und andere sind halt eher konservativ und wollen das alles nicht mehr und das sich eben alles nicht so schnell ändert. Und in der Diskussion finden wir schon den richtigen Weg, damit umzugehen. Also davon bin ich überzeugt, und von daher sollte man sich nicht allzu viele Sorgen darum machen.

Aber um auf deine Frage zurückzukommen, ich find’s halt toll progressiv zu sein, es begeistert mich halt die Dinge zu verändern und irgendwie mit anderen in eine sinnvolle Richtung zu lenken. Und da sich solche Grundüberzeugungen eher selten ändern, denke ich mal dass ich auch als Oma eher noch aufgeschlossen bin als andere. Und von daher würde ich vielleicht eher fragen, ob ich das auch mal ausprobieren kann.

Also um es zu verstehen.”

Piraten von morgen

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