Der Diamant im Tresor, oder: wenn natürliche Monopole zerbrechen…

Unsere moderne Zivilisation basiert auf der Energiegewinnung, und diese ist von einem tiefgreifenden Strukturwandel betroffen.

  1. “Die Sonne geht über den Feldern und Wäldern auf. Im Schankraum sind noch Pfützen von Met. Zeit, die Kühe zu melken.  #Entschläunigung” (Marina Weisband, Twitter)

Seit 10 Jahren spielen hier gleich mehrere solche Wandel zusammen. Überlegen Sie einmal mit: um welches Thema geht es?

  1. “Wie ‘intelligenter Stromverbrauch’ unser Leben verändert” [4]
  2. “Die Energiewende ist das größte Experiment, welches die Menschheit je begonnen hat.” (Dr. Michael Fette)
  3. “Ich dachte, die größte Erfindung der Menschheit sei immer noch das Rad.” (Peter Frasch)
  4. “Der Wunsch nach unbedingtem Fortschritt liegt im Wesen der Menschheit.” (auf ecoquent-positions.com, vgl. [4])
  5. “Makani Power. A new generation of wind craft turbine. Kite driven. Acquired right now by Google für 1.000.000.000 $. #USA” (Twitter) [3]
  6. “Die Energiekonzerne erpressen die Politik” (die Zeit, heute, 15.11.2013 [6]
  7. “Der Traum jedes Hauseigentümers ist immer noch die Selbstversorgung.” (@mobile_gis auf twitter)
  8. “Fortschritt wurde jedenfalls noch nie von Menschen eingeleitet, die nach ersten Fehlversuchen enttäuscht hinschmissen” (Marina Weisband, twitter)
  9. “Microgrid. Renewable Energy. #USA.” [2]
  10. “Wenn es keinen Strom mehr gäbe, das wäre wie Krieg! Nach drei Wochen kämen die Menschen aus der Stadt hungernd zu Ihnen auf den Hof, und da können Sie froh sein, wenn Sie noch den Apfelbaum vor der Tür haben. Und das ist genau der Grund, warum ich hier stehe und mir so eine Mühe gebe, Ihnen die elementarsten Grundlagen der Physik nahezubringen, aber Sie hören ja nicht mal zu!” (Prof. auf Vorlesung Dipl-Physik, Uni Paderborn, 90er Jahre)
  11. “Das Thema Netze, Monopole, und alles, was damit zusammenhängt, wird in 10 Jahren auf einen Bruchteil der Bedeutung zurückfallen, die wir ihm heute zumessen.” (Dr. Michael Fette)
  12. “Die Photovoltaik auf dem Dach liefert dem Hauseigentümer in Süddeutschland Strom für 20 Jahre mit einer Amortisation von 13 bis 17 Cent, je nach geografischer Lage des Hauses. Bei Ihrem Grundversorger zahlen Sie 25 Cent.” (F.A.Z.) [8]
  13. “Der Dauerwärmespeicher für den Winter muss noch geschaffen werden, hier läuft z.Zt. noch Grundlagenforschung. Aber kennen Sie diese kleinen Kissen, die Sie in den Kühlschrank oder den Kochtopf legen und die dann Wärme oder Kälte abgeben, wenn man sie einmal knickt?” (Prof. Ferdinand Schüth, Max-Planck-Institut, im Heinz-Nixdorf Forum, Paderborn)
  14. “Vergessen Sie doch mal die Einspeisevergütung! Die Politik streut Ihnen da nur Sand in die Augen. Wenn Sie sich heute Photovoltaik auf’s Dach setzen, erzeugen Sie sich für Ihr Haus ohne weiteres den ganzen Sommer Strom zum Eigenbedarf. Denken Sie einfach mal an die Amortisationsrate!” (Verkäufer, Photovoltaik).
  15. “Im Prinzip brauchen Sie dazu brauchen Sie nur eine Batterie für die Nacht. Leider ist die Technik hier noch nicht ganz so weit, dass es sich wirklich lohnt, daher bieten ich und die mir bekannten Kollegen dies bisher nur auf Nachfrage an.” (Verkäufer, Photovoltaik).
  16. “A [decentral organized] computational grid provides dependable, consistent, pervasive, and inexpensive access to high-end capabilities” (@mobile_gis auf twitter)
  17. “Der erste Hauptsatz der Energiewende lautet: Im Mittelpunkt stehen Wind und Solar! Denn sie sind die preiswertesten Erneuerbare-Energien-Technologien und haben das größte Potenzial.” (Thinktank agora, “12 Thesen zur Energiewende”, Einleitung) [7]
  18. “Angesichts dieser Herausforderung ist technologischer Fortschritt vielleicht die einzige Hoffnung, die uns überhaupt noch bleibt. Es wird ja immer viel davon gesprochen, dass wir den unter der Eurokrise notleidenden Menschen in Europa nicht genug helfen. Betrachten Sie die Energiewende einmal als unser Geschenk an die Welt.” (Prof. Dr. Ferdinand Schüth, Max-Planck-Institut, im Heinz-Nixdorf Forum, Paderborn, zu meiner Frage nach Beschleunigung des Klimawandels durch schmelzenden Permafrost und dabei aufsteigendes Methan in der gesamten Tundra).
  19. e = mcc (Albert Einstein, Physiker, D / USA, 1879-1955).
  20. “the future depends on what we do today.” (Mahatma Gandhi, Lawyer, South Africa / India, 1869-1948).

[1] https://martinbernhardt.wordpress.com/2013/09/15/frage-an-katharina-nocun-zum-thema-internationales-klimawandel/
[2] http://www.cleanenergy-project.de/erneuerbare-energien/item/5647-netzsicherheit-mit-microgrids
[3] http://www.makanipower.com/why-airborne-wind
[4] http://www.ecoquent-positions.com/interview-timo-leukefeld
[5] https://martinbernhardt.wordpress.com/2013/08/31/3-fragen-an-afelia-bei-ihrer-lesung-buchhandlung-thalia-in-munster-16-04-2013-2
[6] http://www.zeit.de/wirtschaft/unternehmen/2013-11/eon-rwe-entlassungen-energiewende
[7] http://www.agora-energiewende.de/themen/die-energiewende/detailansicht/article/12-thesen-zur-energiewende
[8] http://www.faz.net/aktuell/wissen/physik-chemie/photovoltaik-alles-nur-eine-frage-des-wirkungsgrades-12111098.html

Wenn wir diese Zitate danach gruppieren, welche wesentlichen Kernpunkte angesprochen werden, wird klar, dass verschiedene emotionale Themen hier zusammenspielen:

  • Fortschritt.
  • Klimawandel.
  • Entschläunigung.
  • Versorgungssicherheit.
  • (R)Evolution durch bessere Technologie.
  • Wohlstandserhalt bei erschöpften Ressourcen.
  • Jung (stark betroffen) gegen Alt (kaum noch betroffen).
  • Stromgewinnung aus neuen, unerschöpflichen Ressourcen.
  • Energieerhaltungsgesetz der Physik.
  • Abhängigkeit der modernen Zivilisation von der Strom/Gas/Wasserversorgung.
  • gefühlte Zunahme der Komplexität in der Datenverarbeitung (Internet, Cloud, Smart Home).

Welche grundlegenden Erkenntnisse können wir hieraus gewinnen?

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  • 1.) Dezentralisierung der Energieversorgung
  • Wir brauchen in Zukunft lokalen Lastausgleich, kleine dezentrale Netze. Dies ist eine grundlagentechnisch bedingte Anforderung. Man kann es auch Microgrid nennen wie in den USA, das sind Worte. Mein Kopf sagt mir, vermutlich wird es in 20 Jahren durchaus möglich sein, Energie großtechnisch auf neue Arten zu erzeugen, und über sehr weite Strecken effizient zu übertragen. Effizienter als heute. Mein Bauch sagt mir, gegen das Streben des Hauseigentümers nach Selbstbestimmung und Unabhängigkeit ist kein Kraut der Welt gewachsen.

 

  • 2.) das halbe Großkraftwerk als HGÜ-Leitung unter der Dorfwiese
  • Es ist prinzipiell möglich, Energie über weite Strecken mit sehr geringen Verlusten zu übertragen (HGÜ – Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung). Man kann sie vglw. kostengünstig à 400 kV unter See verlegen, denn das umgebende Wasser wirkt sich dämpfend auf die entstehenden elektrischen Felder aus. Aber: bei 5000 MW ist bei extremen Kosten bis auf Weiteres Schluss, üblich sind 500 MW. Diese Leitungen überirdisch zu verlegen, erfordert aufwändige Isolierungen, welche die Leitungen schwer, und damit auch schwer verlegbar machen. Wenn Sie die Leitung unterirdisch verlegen, ist dies noch teurer aufgrund der Grabungen. Wartung und Pflege ist schwierig, Druck durch verdichtende Erde, Erschütterungen, saurer oder alkalischer Boden, und Feuchtigkeit wirken ein, und dennoch muss diese 70 Jahre und mehr fehlerfrei halten, sonst trägt Ihnen das Grundwasser irgendwann 400 kV ins Haus. Der Maulwurf verbrennt im Lichtbogen, nein, er explodiert, denn ein 500 MW Großkraftwerk explodiert gerade unter der Wiese vor Ihrem Haus. Die Schalter sind so groß wie eine Fabrik. Bauen Sie versuchsweise mal einen Schalter für ‘ne 500 Watt Gleichstrom-Leitung, dann verstehen Sie, was ich meine. Kein Nulldurchgang! Sie müssen den Strom bei voller Last abschalten.

 

  • 3.) natürliche Monopole und der Diamant im Tresor
  • Das Energienetz (Strom/Gas/Wasser-Versorgungsnetz) stellt seit über 100 Jahren ein natürliches Monopol dar, welches sich dadurch auszeichnet, dass es sehr teuer ist ein solches zu verlegen, jeder es braucht, es wenn es gebaut ist, extrem günstig im Betrieb ist, man es erst nach langer Zeit erneuern muss, und es auch niemand wollen würde, dass ein zweites Unternehmen ein zweites Netz verlegt, weil ja dann ständig die Straße aufgerissen wird. Es stellt das Rückgrat der Zivilisation dar. Ich stelle dieses natürliche Monopol der Energieversorger für die Zukunft in Frage. Bedingt durch technologischen Fortschritt kann das Netzmonopol nächsten 10-20 Jahren auf einen Bruchteil der heutigen, absoluten Bedeutung für die Zivilisation zurückfallen. Dies betrifft auch das Thema Rekommunalisierung. Ich sage nicht, dass es so kommen muss. Es ist offen. Was ist hier die Aussage?  VORSICHT. Kredite aufnehmen, um etwas zu kaufen, was jetzt einen Wert besitzt? – aus dem Betriebsgewinn die Kredite refinanzieren? – ja, wir Bürger brauchen auch in 20 Jahren noch Strom/Gas/Wasser. Aber die Grundvoraussetzung für den Erwerb auf Kredit ist, dass der Wert des gesamten Netzes über die Zeit von mind. 20 Jahren und auch im Verkaufsfall absehbar für weitere 20 Jahre zumindest stabil bleibt. Stattdessen wurde die Idee verkauft, sich einen Diamant für 20 Jahre in den Tresor zu legen. Politiker können nicht überall Experten sein, und viele arbeiten ehrenamtlich. Ich befürchte nur, mit der Zeit verstehen sie durchaus etwas von Schulden, und Not macht erfinderisch. “Sie müssen den Diamant nur ab und zu polieren! Schon glänzt er wieder.” Da liegt es nahe, nach dem Diamant des unangreifbaren Netzmonopols zu greifen, als sichere Zukunftsanlage. Ich denke, von Haushaltspolitik verstehen auch die Ehrenamtlichen genug, und diesen Part werden sich die wenigsten leicht machen. Ich fürchte nur, wenn der Tresor in 20 Jahren geöffnet wird, ist es bei genauerer Betrachtung ganz langsam ein Halbedelstein geworden. Was wird die Bank wohl sagen? – “Kredit ist Kredit.” – “Aber das konnte ja niemand ahnen!” Genau. Dafür hätte man sich mit dieser Art von Diamanten auskennen müssen.

 

  • 4.) Die Anreizregulierung für Netzbetreiber in D (ARegV der BNetzA)
  • Betrachten wir den Aspekt der Regulierung des Marktes. Wind und Solar sind der Idee, dass der Markt immer bessere Lösungen hervorbringt, durchaus erstaunlich gerecht geworden. Selten wurden einmal so langfristig sinnvolle Dinge angeschoben, das wissen wir im Grunde alle. Auch macht es Sinn, einen künstlichen Markt im Netzgeschäft zu schaffen, wenn es um natürliche Monopole geht, weil man so das “Tankstellenprinzip” verhindert – dass Preise immer wieder aus Gründen angehoben werden, aber komischerweise oft nicht wieder fallen. Sicher, für entflochtene, zerschlagene Monopolisten wird es nicht einfacher. Aber Markt bedeutet auch: Chancen und Risiken, und zwar für alle. Die besten überleben, der Verbraucher profitiert. Aus meiner Vergangenheit heraus hatte ich nie viel Respekt für Leute, die viel Geld verdienen wollten. Mein Vater ist 74 Jahre, und arbeitet als Tischler. Ich wollte immer schon Werte erschaffen. Hier aber möchte ich rufen: Respekt von den Betriebswirtschaftlern, die die Marktidee der Regulierung natürlicher Monopole geschaffen haben. Man definiert einen vom erhobenen Netzentgelt unabhängigen Erlös, der sich aus operativen, d.h. Personal- wie Materialkosten bestimmt. Um diesen zu optimieren, muss der Monopolist wirtschaften wie jede andere Firma auch. Erreicht der Netzbetreiber nicht die nötige Effizienz, werden seine Entgelte zwangsweise gesenkt. Dann muss er handeln, um zu überleben… Es ist sicherlich ein Schlag für die Branche, und viele Mitarbeiter trifft es hart. Aber anderswo ist das schon lange normal.

 

  • 5.) Fortschritt vs. Entschläunigung
  • Ich denke, spätestens, wenn der Mensch in 20 Jahren zum Mars fliegt, das Internet zu denken beginnt, oder China uns wirtschaftlich überholt, woraufhin dort die große Revolution ausbricht, werden wir andere Dinge diskutieren. Dann wird die Energiewende eingephast, stabilisiert und abgehakt sein. Natürlich werden dann noch neue Anlagen gebaut. Energie ist das Rückgrat der Zivilisation. Aber die Diskussion ist dann vorbei, und alles geht seinen Gang. In den letzten 10 Jahren ist auch viel spannendes passiert; der Fortschritt beschleunigt sich weiter.

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  • Das Netz wurde für zentrale Einspeiser gebaut, und da war alles so wie früher. Energie wurde von oben nach unten verteilt. Die dezentralen Einspeiser erlauben es aber, kleinere Einheiten zu bilden, welche in sich funktionieren. Somit kann der Traum jedes Hauseigentümers Wirklichkeit werden: ich versorge mich selbst, und zwar mit meinen Solarpaneelen, mein Ölfass werfe ich raus, in die Kammer kommt ne kleine Batterie für den Stromspeicher und ne dicke Batterie oder zukünftig ein Wärmespeicherfür den Winter, oder ich hab ein Stück Wald und einen kleinen, abgasneutralen Pellet-Ofen dazu. Ich baue ein Reihenhaus mit BHKW. Den gleichen Traum kann ab heute auch wieder jeder Bürgermeister träumen: unser Dorf, selbstversorgt mit PV, drei Windrädern auf dem Hügel und einem BHKW für den Winter. Und da sehe ich nichts schlimmes dabei. Wir sollten dabei bedenken, dass es immer besser ist, mit den Nachbarn zusammenzuarbeiten als jeder für sich allein. Auch wenn es möglich ist, es ist und bleibt auch hier die teuerste Variante, sich zu 100% abzukapseln. Denn über kurze Strecken kann man Energie sehr effizient verteilen und damit auch die Sonne, die hinter der Wolke hervorkommt, oder den langen grauen Frost untereinander kompensieren. Ein Credo für die Dorfgemeinschaft, den Lokalverbund. Auch hilft es, wenn der Pelletofen doch mal ausfällt, und Schnee auf dem Dach liegt, wenn doch noch der Netzanschluss liegt.

 

  • 6.) wie wir unsere Nachbarn von ihren AKW am Rhein befreien? – indem wir ihnen den ganzen Sommer über Strom verschenken
  • Müssen wir da überhaupt noch Strom nach Frankreich leiten? – ich gebe folgendes zu bedenken. An Tagen wie Pfingsten 2013, wenn bei uns die Sonne scheint und der Wind weht, haben wir den Strom doch bei Grenzkosten nahe Null, und zwar zuviel davon. Dies liegt daran, dass wir bei erneuerbaren Quellen prinzipbedingt nur selten die volle installierte Leistung abrufen können, von daher mehr installierte Leistung vorhalten müssen, als man im Normalfall braucht. Bevor wir den Strom im Lichtbogen verbrennen, wieso nicht günstig ins Ausland verkaufen? – die helfen uns doch auch, wenn bei uns mal grau und trüb ist. Es ist eine Frage der Effizienz der Übertragung, und des erzielbaren Preises. Nebenbei werden die AKW am Rhein völlig unrentabel. Novemberproblem? – schauen Sie die Tage mal in die Tagesschau. Da gibt es eine Wetterkarte. Wo ist das nächste Hochdruckgebiet? – es ist immer eins darauf, jeden Tag. Dies ist die gleiche Nachbarschaftsbetrachtung, abgebildet auf Europa. Bei Hochdruck scheint die Sonne, während zwischen Hoch und Tief der Wind weht. Weiter muss die Leitung gar nicht. Und an der Stelle bin ich für die Zusammenarbeit, denn alle profitieren davon. Das ist der Sinn von Europa. Und das ist besser für uns alle. Dennoch können wir anstreben, in 10 Jahren die Energieversorgung hauptsächlich innerhalb unseres Dorfes zu betreiben. Und die alte Leitung zur nächsten Großstadt? – lassen wir sie doch ruhig liegen. Wenn die in 50 Jahren hin ist, dann können wir mal überlegen, ob wir noch eine neue bauen, oder ob wir inzwischen mit weniger Leitungen auskommen.
  • Dieses Thema wird uns noch eine ganze Weile betreffen. Aber es geht auch alles nicht so schnell, und genau das ist in vielerlei Hinsicht auch gut so! Es bleibt ausreichend Zeit für Zyklen der Optimierung. Was bringt es der Gesellschaft, unter großen Anstrengungen 10.000 Windkraftanlagen hinzustellen, wenn man dann herausfindet dass weitere 100 seltene Tierarten ausgestorben sind, und man kurze Zeit später leise Anlagen erfunden hat, die effizienter waren und höher gebaut werden konnten!? Windkraftanlagen werden gern in letzte Rückzugsareale gestellt, weil da hört Mensch den Lärm nicht. Also, was ist die Quintessenz, macht Fernausbau Sinn oder nicht? – man kann es nicht so einfach sagen, denn es ist ein Optimierungsproblem, welches von vielen Einflüssen wie dem Fortschritt im großen Netzausbau wie im kleinen, aber auch der langfristigen Wetterentwicklung/Klimawandel abhängt. Und das Thema befindet in einer Phase des technologischen Wandels. Ich sage nur: alle Optionen sind offen. Es gibt einige Entwicklungen, die sicher anhalten werden, wie die stetige Effizienzverbesserung der PV-Anlagen. Batterien bis 10 kWh (der neueste Trend) werden sich bis 2018/19 amortisieren, dh. in Kombination den Netzpreis unterbieten. Damit könnten sehr viele Leute aus dem Netz gehen; aber eben nur im Sommer, wenn die Batterie tagsüber wieder auflädt. Im Winter brauchen Sie 250 kWh, da die Einstrahlung auf 10% einbrechen kann. Wer hier noch denkt wie früher, dessen Markt wird für immer kleiner.

 

  • 7.) Dynamische Strompreise und eine neue Idee – “Energie intelligent Verschwenden”
  •  Halten wir uns vorerst alle Optionen offen, und erlauben wir neue kreative Ideen, Out-of-the-Box Denken. Es könnte uns wertvolle Fingerzeige zurückgeben. Für die Netzbetreiber ist es eigentlich ein Marketingproblem. Eine gut gemachte Werbung im Fernsehen mit ein paar grundlegenden Fakten sollte verhindern, dass sich die Kunden jetzt schon in Scharen abwenden. Das wäre nämlich nicht sinnvoll, da hätten wir ja viele Netze für sehr viel Geld verlegt, und dann lassen wir sie ungenutzt verrotten. Dynamische Strompreise  halte ich persönlich für eine gute Antwort, weil sie eher den neuen Trend, das neue Verständnis “intelligentes Verschwenden” im Sommer, Sparen an kalten, nebligen Novembertagen anregen, statt im unbedingtem Energiesparen der 80er zu verhaften. Regelbare Ortsnetztrafos (RONT) ändern den Arbeitspunkt, und können somit die Spannung stabilisieren, indem sie den Strom kurzfrstig erhöhen; ich persönlich sehe aber wenig Sinn darin, mit der Luxusenergie Strom bundesweit die RONT-Kästen zu beheizen. Das Paradigma des Intelligenten Verschwendens, statt bedingungslosem Energiesparens, würde hingegen Klimaanlagen im Sommer erlauben; die Temperaturen könnten ja noch steigen, und zukünftig haben wir den ganzen Sommer über mehr als genug Energie; die Herausforderung liegt im Speichern derselben für kalte, graue Novembertage. Dazu brauchen keine neuen Vorschriften gegen die Bürger erlassen zu werden. Eine Strategische Reserve alter Kraftwerke, übernommen von der BNetzA, formuliert über den Einstieg ins Marktgeschehen erst bei 2,50 €/kWh würde den Markt nutzen, da sie gleichzeitig bevorzugt den Startups Raum gäbe, die dezentral über neue Lösungen Speicher aufbauen, gespeicherte Energie abrufen, und so das Netz stabilisieren, ohne es unnötig ausbauen zu müssen. Sie würden es nämlich mittelfristig genau dort stabilisieren, wo der höchste Preis geboten wird.Ich fasse zusammen: Ideen sind reichlich vorhanden.

 

  • 8.) die Zukunft – Teilen ist das neue Haben
  • Eine Nachbetrachtung zum Thema Klimawandel: die Sonne wird auch in 1000 Jahren noch jeden Morgen über dem Horizont aufgehen. Ja, es wird Veränderungen geben, und viele Menschen wird es treffen, Wüsten breiten sich aus, und das ist SEHR schlimm, genauso wie es SEHR schlimm ist dass wir heute viele Menschen verhungern lassen, obwohl ja bekannt ist, dass dies ja gar nicht sein müsste. Es ist ein gesellschaftliches Problem; Ressourcen sind genug vorhanden, allein der Wille, diese zu teilen, fehlt. Schauen wir einmal, welche Antwort das Informationszeitalter bringt. Die Sharing Economy ist ein Vorbote. Sie tauscht alte Währung gehen neue.

 

  • 9) Dinosaurier des 21. Jahrhunderts?!
  • Aber bzgl. des Methans in der Atmosphäre, was immer wieder durch die Zeitungen geht, habe ich eine interessante Gegenthese. Was wird in Sibirien passieren, wenn es immer wärmer wird: Ja, der Boden taut, er taut ja schon heute, es taut ja schon die Nordpolarpassage. Natürlich steigt Methan in Massen aus, es kommt ja schon zu Bränden in der Tundra. Dies ist Teil des natürlichen Prozesses, und dann wird etwas passieren:

    Wald wird wachsen, sehr viel Wald, denn es gibt dort keine Zivilisation, die jedem Pflänzchen die Wurzeln ausreißt. Und damit sind wir wieder beim Ausgangspunkt: in 100 Jahren wird die Erde ein anders aussehen, in 1000 Jahren sicher sehr viel anders, ja, auch dies beschleunigt sich, aber das Ende steht nicht unmittelbar bevor. Im Kampf Mensch gegen Natur spielt der Mensch die Karte Stresstest, ja, wir wissen es nicht genau, könnte auch ein Luftschlag sein. Was mich daran beruhigt? – dass wir durchaus mit in diesem Boot sitzen. Wenn der Mensch es doch noch schafft, sich selbst zu vernichten, dann, denke ich, passt es auch: dann sind wir die neuen Dinosaurier. Das Leben geht weiter. Irgendwo, bestimmt.

 

  • 10) Was wir nun tun können
  • Vielleicht befassen wir uns alle ein wenig mehr damit, was wir heute tun können, damit wir in 10 Jahren noch sinnvolle Arbeit haben. Was würde uns Spaß machen? – beginnen wir doch einfach mal damit, sinnvolle Dinge zu erschaffen. “wir müssen Geld verdienen?” – Geld ist die Fiktion des universellen Tauschgegenstands. Werte, die man speichern kann: Konzepte. Taten. Motivation. Werte. Nutzen. Teilhabe. Ideen. Zukunft. Zukunft gestalten. Jeden Tag.
  • Wie würde Ihnen eine Welt gefallen, in der der ländliche Raum wieder ohne Hochspannungsleitungen auskommt?

P1090354

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One thought on “Der Diamant im Tresor, oder: wenn natürliche Monopole zerbrechen…

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