der Buchladen.

Kennen Sie das? – iPad. Irgendwann probieren Sie dann doch mal iBooks aus. Und auf einmal verstehen Sie – das ist genau wie mit der e-Mail und dem elektronischen Kalender: es ist super gemacht.

Der Untergang, er kommt mit leisen Schritten.

Aber wovon spreche ich denn da überhaupt?

Sie können nun Bücher mit Videos oder Weblinks lesen, Bücher mit interaktiven Diagrammen. Bald können Sie sich ihre gekauften Bücher sicher auch bei der Fahrt im Auto vorlesen lassen, oder bei geschlossenen Augen im Bett. Ohne Nachttischlampe, wo ihr Mann meckert. Und da gibt es diese Leseproben. Die ersten 100 Seiten umsonst. sofort. Sie können prüfen, bevor Sie kaufen. Und zwei Stunden später kaufen, ja lesen Sie das erste digitale Buch. Die digitale Geschichte, die nur für Sie gemacht ist, weil der Autor sie jederzeit ändern kann. Ihre Version. Weil Sie nicht mehr stoppen können. Weil diese Geschichte auch sehr spannend ist. Und neu. Ganz neu.

Das war’s.

Hat der klassische Buchhändler gar keine Zukunft?

(… und, was tun Sie gerade so, während ich hier meine erste Kurzgeschichte schreibe? …)

Uns hilft, zum besseren Verständnis zukünftiger Entwicklungen, der Blick in die Vergangenheit. Denn die Zukunft ist die logische Fortsetzung der Vergangenheit. Die Gegenwart hingegen ist bloß eine Momentaufnahme, ein Gedankenblitz: vorbei. Aus der Vergangenheit erkennen wir die Entwicklung der Welt.

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Aber, wie kann uns die Vergangenheit helfen? – Wir nehmen zunächst ein etwas einfacheres Beispiel: Kodak.

Der Rückblick.

Was hat Kodak – Agfa tut’s ebenso gut – falsch gemacht?

Richtig. Die Digitalkamera wurde erfunden. Und selbst, als alle Welt schon die neuen Geräte kaufte, dachte man bei Kodak: wir sind ja sowieso besser, wir haben die Lithographie im Griff, unsere Chemiker sind die besten, der Trend, der Hype bricht bald in sich zusammen.

Ein typischer, großer Fehler einer Geschäftsführung, die seit Jahren fett und behäbig geworden war und das Potential der neuen Lösung, einer neuen Zeit, nicht erkannte:

Deine Fotos. Jederzeit. An jedem Ort. Sofort verfügbar. Keine Filme, kein Entwickeln, keine Abhängigkeit, keine Dauerkosten, kein Warten.

Was hätte Kodak also tun müssen? – nun, dieses Potential konnte der alte Prozess nicht bieten. Aber hätten sie ein Team ausgegründet, zunächst ein kleines Team, was die neue Lösung ausprobiert: die erste Kodak Digitalkamera, “wir sind jetzt auch dabei”, der Zeitungsartikel: “bricht Kodak mit der Tradition?”, dann Beobachtung des Trends, Team aufstocken, Lithografiker und Chemiker hinzu, Erfahrungen mit Belichtung und Linsenoptik hinzu, und schwupps, ist die ganze Firma transformiert. 1000 Mitarbeiter stehen nicht auf der Straße.

Schwere Fehler der Geschäftsführung. An der Belichtung hat’s nämlich nicht gelegen. Diese Leute haben bis zum letzten Tag gute Arbeit gemacht.

don’t put all your eggs in one Basket.

Das gleiche konnte man zuletzt bei Nokia, einst Marktfüher bei Mobiltelefonen, und aktuell bei Microsoft mit ihrem Windows-Betriebssystem 8 beobachten: zu alt, zu fett, zu langsam, läuft nicht auf den neuen Geräten, vorbei. Nimmt man PCs, Notebooks, Smartphones und Tablets zusammen, liegt der Marktanteil von Microsoft aktuell noch bei 14%. Tot, bevor der Tod kommt. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Alles klar?

Versetzen wir uns nun in die Lage des kleinen Buchhändlers.

Für ihn gilt: Alarmstufe 2.

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Ein Team gründen, welches kurz ein eigenes iPhone, Betriebssystem, App Store erfindet, um Apple im neuen Markt Konkurrenz zu machen? – undenkbar. Das können Sie voll vergessen. Und so wollen Sie ja auch nicht sein.

Die neuen Lese-Geräte in den Buchladen stellen und zum Verkauf anbieten? – das ist ja wohl das dümmste, was man machen kann; ich denke, deshalb sieht man es auch so oft. Diese Buchläden sind Trendfolger ohne Seele, dem Untergang geweiht. Denn all die neuen, progressiven Kunden, die das gewagt haben, die kommen garantiert nie wieder; sie kaufen in Zukunft online.

Was ist der Wert des Buchladens, der bleibt, wenn man das genannte abzieht? – richtig! – Sie haben es auch gleich erraten.

Nostalgie.

Lassen Sie das Wort auf sich wirken. Irgendwie Schwer, nicht? Ruhig. wie ein Sonnenuntergang. Vergangen. Romantisch.

Wie eine Rose im Schutt.

Wie ein einsamer Zug in den Anden.

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Der Mensch kauft über Gefühle.

Die ganze Technik, Features, die blinkenden und leuchtenden Knöpfe, die brauchen wir alle nicht. Wir nutzen sie nur, um Objektivität, um Gründe vorzutäuschen. Kein Mensch braucht ein Smartphone, ein SmartPad, ein MacBook. Pro.

Die Menschheit ist 10.000 Jahre ohne ausgekommen. Wir wollen es haben, das ist es.

warum? –

es vereint ja soo viele Dinge.Kamera, Walkman, Buch, Telefon, Landkarte, ja Weltkarte, der Verein von früher (sie nennen es jetzt #socialmedia), das jederzeit allumfassende Wissen von Google und Wikipedia. Das ungeheure Potential. Und das Bewusstsein, sich diese eine Sache, das beste und kompakteste Gerät, das die Menschheit bisher bauen konnte – ich spreche hier vom Samsung Galaxy S5, dem iPad Air, dem iPhone 5S mit digitalem Fingerabdruck, eloxiertem Aluminium, ultrahartem Saphirglas, dem besten Akku der Welt, diesem Wunderwerk der Technik, für das 1000e in Cupertino Konzept und Betriebssystem entwarfen, Steve Jobs, einmal im Leben leisten zu können.

Und fortan zur digitalen Elite, der Gesellschaft einer neuen Zeit zu gehören. Das ist doch wohl 800 € wert! Ach was: bei O2 gibt’s das 6er schon mit 30 €-Vertrag. Na ja, für diesmal drei Jahre. Aber so lange nutzt man es ja eh. Man wird es einfach 6 Jahre nutzen. Es ist das 6er. Das ist es. Lohnt.

Kennen Sie irgend jemand, der ein neues iPhone enttäuscht wieder weggeworfen oder umgetauscht hat, weil es ihm zu langweilig war? – ich nicht.

ja, ja, vorher heißt es immer, “dafür hätte ich gar keine Zeit”, “das brauch ich gar nicht”, “alles neumodischer Quatsch”, “ich hab wenigstens noch die Tasten. Mehr braucht ein Telefon nicht.” So sind sie, die Leute aus der alten Welt.

Vorher.

Zurück zum Gefühl. Wie verkaufen wir also Nostalgie, ohne verstaubt zu wirken, gar selbst zu verstauben, bis keiner mehr kommt?

Verbinde altes mit neuem.

Fortschritt

Wenn ich ein Buchhändler wäre, dann würde ich mir zuerst eine richtig gute Kaffee-Maschine kaufen. Mit Lungo. Cappucino. Espresso. Latte. Macchiato. Amaretto. Dem Schuss echten Bailey’s. Die kommt direkt ins Schaufenster, so dass man schön seitlich drauf blickt. Im Vorbeigehen. Drum herum ur-gemütliche Sitzmöbel, eine Hängematte, Schaukelstuhl, Sessel aus Oma’s Zeiten.

Bilder an den Wänden mit alten Fotos, Staudämme werden gebaut, Weber weben das erste Garn auf der ersten Webmaschine, New York in den wilden 20ern. Dazwischen Poster: Dr. Schiwago. Vom Winde verweht. Gandhi. Prag. Die Mauer fällt.

Und dann steht noch etwas im Fenster. Da, an der anderen Seite. Ganz unaffälllig. Da steht ein nagelneues iPad Air. Es wirkt schlicht. Ein Hauch von Eleganz. Nein, nicht zum Kaufen. Es zeigt das Top Ranking, den Twitter-Account der Fans dieses Buchladens, automatisch sortiert nach Retweets und Fav-Sternchen. Denn Teilen ist das neue Haben. Rein zufällig stehen all die Favoriten, die Favoriten der Leser dieses Buchladens, im Hintergrund als Buch fein säuberlich im Regal. SocialMedia zum Anfassen. An der Seite das Café, mit Keksen, Gebäck und Salzstangen. Natürlich nichts, was die Bücher verschmutzt. Die Kekse sind kostenlos.

Was wird hier verkauft?

Hier wird Zeit verkauft. Zeit der Entspannung. Zeit der Ruhe. Echte Bücher, uralte Sehnsüchte, eine Emotion, die das in echt abbildet, was der digital native sonst nur noch virtuell sieht.

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kann es auch eine iPad-Ecke geben?

sie darf nur nicht versuchen, gegen Media Markt und Technorama Konkurrenz zu machen. Nein, dies ist die Ecke für Leute, die sich nicht mal das eine, digitale Premium-Gerät leisten konnten. Schüler. Studenten. Aus Familien, die es nicht so dicke hatten. Kinder, die stolz auf ihre hart arbeitenden Eltern sind. Kinder ohne Eltern. Mütter, deren Kinder in der Schule sind und der Mann woanders, die kein Auto für die große Stadt haben, an ihrem einzigen freien Tag in der Woche. Arbeitslose, die der tristen Hoffnungslosigkeit für einen kurzen Moment des Glücks entkommen wollen. Migrantenkinder, deren Eltern seit 2 Jahren in der alten Fabrik wohnen. Wohnen müssen. Weil sie keine Heimat mehr haben. Weil sie nur in diesem Ort bleiben können. Wo alles zu macht. Immer am gleichen Ort. Menschen, die lange keinen Urlaub hatten. Die einsame Oma von nebenan, 3. OG links. So hat eben jeder seine Geschichte. Seine Vergangenheit.

Da könnte eine 2nd-Hand-Börse hilfreich sein, oder, was denken Sie? –

Haben Sie nicht auch schon drei Apple-Geräte? – ich muss etwas verschämt zugeben, wir haben aktuell fünf. Den ersten iPod. Das weiße iPhone 3GS. Das iPad, 2. Generation. Das neue Firmen-iPhone 5, mit Flatrate, die wir, die Projektleiter, Berater, auch (im Sinne der post-privacy Bewegung) zu Hause nach Belieben aufbrauchen dürfen. Das MacBook von 2009, im zeitlosen Alu-Design. Sie nannten es UniBody. Natürlich würden wir die niemals wegwerfen. Na gut, das 3GS – der Akku macht’s nicht mehr lang. Und soo langsam ist es geworden. Früher, mit dem 4er iOS, da war es noch schnell. Vergangen. iOS 5 machte es entsetzlich langsam, unter 6 wurde es nicht besser. Dumm gelaufen? – aber für das 4er gab’s doch irgendwann keine neuen Apps! – Das taugt fast nur noch zum Lesen. Und für alte Spiele halt.

Diesen Kids ist das egal. Und da hängen so richtig gute Kopfhörer. Zum Ausprobieren.

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Wer in unserem Buchladen ein Gerät mitbringt, der kann es Spenden.

Natürlich gibt’s eine Belohnung: jeder, der sich dieses eine, besondere Gerät aus dem großen Gerätepool zum Lesen nimmt, zahlt beim Gehen einen Kaffee extra. Den bekommt der ehemalige Besitzer auf die digitale Bonuskarte. Ach ja, die Top 25 Spender werden im Wechsel auf dem iPad im Fenster eingeblendet. Und die Geräte, die drei Monate niemand mehr ausgeborgt hat, die werden vom Buchladen bei ebay eingestellt. Der Erlös finanziert die Stelle der jungen Frau, die so geduldig und mit viel Fingerspitzengefühl alte iPhones entkapselt, um die Akkus auf den neuesten Stand zu bringen. Die Akkus gibt’s ja bei Amazon zum Spottpreis. Aber die meisten Leute scheuen die Mühe. Und wer Schrott bringt, der bekommt eben auch nie einen Kaffee gratis. Den mitleidigen Blick ob dieser Provokation. Es gibt so Leute. Und beim nächsten Gerät den freundlichen Hinweis, dass dies doch ein Buchladen, und kein Mülleimer ist.

Aber wenn es ganz wichtig ist, darf man es noch einmal versuchen. Jeder hat eine zweite Chance verdient. Und wenn sich herausstellt, dass niemand das alte Acer ausgeliehen hat, bei dem die junge Studentin nachfragt: “Na ja, ich hatte gedacht, es war halt mein erstes damals, in der Schule.” Da wird man zum Trost auf einen Kaffee eingeladen. Der kostet den Geschäftsführer unseres Buchladens praktisch nichts. Aber hier hilft er sehr. Wir nennen es Kundenbindung. Wir sind mit zufriedenen Kunden nicht zufrieden. Wir wollen begeisterte Kunden, die ihren Freunden erzählen, wie es Ihnen mit dem alten Laptop ergangen ist. Wie schön es dort ist. Und dass man “na ja, also Dienstag nachmittags, manchmal halt auch Samstags” dorthin geht. Wenn der eine von den Freunden nachfragt.

Und wenn der Eindruck entsteht, das war schon der dritte Extra-Kaffee diese Woche? da macht es sich jemand ein bisschen zu sehr gemütlich? Ja, die Leute mit besonderem Geltungsdrang. Wir, also wenn wir unter uns sind, wir nennen sie “Unsere besten Werbeträger”. Sie geben gern ein bisschen an, bei ihren Nachbarn. Wie toll dieser Buchladen ist, der all dies zu ihrem Vorteil bietet. Bitte entschuldigen Sie, wir müssen da ein wenig kreativ sein. Anzeigen bei Google können wir uns nicht leisten. Mundpropaganda. Google arbeitet wohl immer noch an den lokalen Ads. Da schalten die Kunden wohl inzwischen Werbeblocker dagegen. Ja, die arme Konkurrenz. Die haben es auch nicht leicht. Wir sind ein Buchladen. Wir leben schon fast von der Substanz. Aber das Café läuft. Gut, dass wir das haben. Vielleicht räumen wir in ein paar Monaten doch mal das alte Regal mit den Programmierbüchern. Diese Kids, die programmieren ihre Phones jetzt neuro-linguistisch. Siri oder so. Das gibt’s nicht! als Buch.

Tja ja, die Kids. Die sind uns in vielem voraus. Von den Erwachsenen nutzt das keiner. Nicht ausgereift. Das Internet ist auch noch viel zu langsam. Der fragt ja Google ab. Oder so. Da ist man sich dann dich zu schade dafür: in das Gerät sprechen! Nein. Im Grunde sei es dem iPhone unwürdig. Alles zu seiner Zeit. Der ausgewachsene Mensch ist ein Gewohnheitstier; da fehlt die Flexibilität. Ein gutes Zeichen, dass wir dieses Problem später lösen; diese neue, neuro-linguistische Kundschaft, die muss erst noch ein wenig Kapitalreservern aufbauen. So ein Geschäftsführer will halt auch seine Berechtigung haben. Man muss Prioritäten setzen… wissen Sie, wir brauchen dringend etwas Platz. Der Herr aus dem Nachbardorf, aus Greste, wo ja auch keiner mehr wohnt, der war diese Woche schon 2x da. Jetzt kommen schon die Lipper. Wir, wir sind doch alles alte Leute.

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Und die Leute, die keine Bücher kaufen, und immer nur lesen? – naja, wenn wir ehrlich sind, die gibt es fast in jedem Buchladen. Meist wird verschämt ein bisschen geblättert. Bevor die Verkäuferin kommt. Wir haben das zum Prinzip erhoben. Im Eingang steht ein Schild “Bitte treten Sie ein. Machen Sie es sich gemütlich. In diesem Buchladen dürfen Sie jedes Buch lesen. So lange sie wollen.” Wie wir Geld verdienen? Na ja, viel ist es nicht, aber die kaufen dann ja den Kaffee! Sie lesen das Buch, was andere im Internet herunterladen, in ihrer, in der nostalgischen, nach richtig gutem Kaffee duftenden, heilen Welt. Der Kaffee ist auch nicht zu teuer. Wie in der alten, guten Welt. Und er schmeckt! Das Aroma der großen, weiten Welt. 1493. Christophorus Kolumbus, Pizzaro und die Mayas.

Und so ist fast immer jemand da. Wie in einem guten Restaurant. Vielleicht stellen wir bald noch ein paar Teebeutel dazu. Wir sind ja eh da. Wir freuen uns darüber, dass zu uns noch Leute kommen. Auf unserem kleinen Dorf gibt es nicht viele Läden so. Der Edeka vielleicht. Noch fahren die Leute ja mit dem Auto zum Einkaufen. Dem 1,5 t Monster. Für ein paar Brötchen. Tja ja. Bald kommt Amazon. Lebensmittel Online, der neue Trend aus USA. Dann sind wir aus der Schusslinie. Wird auch effizienter sein. Und diese Amazons, die suchen halt immer den letzten Hype. Sie erzeugen ihn. Aber das ist rein deren Geschäftsmodell. Wer’s braucht.

So sind die Leute. Die Leute können wir nicht ändern. Wir sind eigentlich gar keine Weltverbesserer. Wir passen nur unser Geschäftsmodell an, weil wir das verstanden haben. Das bisschen Gutes tun wir nebenbei. Das stört uns nicht.

Und dann gibt es noch das Regal der Lieblingsbücher. Jeder, der zum dritten Mal den Laden betritt, der darf sein, die darf ihr absolutes Lieblingsbuch dort einstellen. Anonym oder mit Name, Petra Pan, Jose Manuel, @mydarkstar, Yvi (f), mit 0173 24 74 161 auf dem Lesezeichen. Mein altes Lieblingsbuch. Mein Geschenk. Für euch. Und da ist es wieder, dieses Social Media.

Wer die Nostalgie bevorzugt, der wird bald merken, dass die schöne Zeit der Entspannung nicht ewig anhält. Termine kommen und gehen. Aber wo das Buch doch gerade so spannend war!

und da liegt es.

Im Ausgang, direkt vor dem Jacken-Ständer, da liegt es: in Papier gedruckt, gebunden, haptisch perfekt, so gut in der Hand liegend, sofort verfügbar, tatsächlich. Ein kleines Schild am Regal sagt: diese Bücher 790,- € günstiger im Vergleich zum neuen iPhone. Je nur 9,99 €/Buch. 

da liegt es, das Versprechen, zu Hause am Abend, wenn die Kinder im Bett liegen, diese Phase der Gemütlichkeit zu wiederholen.

Und zufällig, ganz zufällig liegt dieses wunderschöne Lesezeichen aus Oma’s Zeiten darin.

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Das Lesezeichen kostet nichts. Das gibt’s quasi umsonst dazu.

So, wie die Apps beim iPhone.

Nur schöner.

======================= THE END =======================

motivation.
_____________

this essay describes a concept how to solve complex problems (where many do fail) by consequent use of creative thinking. especially points out the aspect of focussing on the content in clear separation of the feelings involved. trying to understand the difference between negative emotion, frustration and hopelessness and going away from the subjective emotion “i am lost” towards a consequent “acceping reality as it is, a perfect result of all past” methodology which strictly concludes from the observation, looking for solution. while taking every observation for granted and trying to never be offended personally – as this blocks the creativity needed to find a new, forward-thinking, future-proof solution.

consider creativity to be actually defined in the ability to find new solutions for old problems. as people often use their time trying to understand the given structures, happy to have them, living in them, defending them against change, as the world seems complex enough to them. often conservative people. they remind me always of my grandpa, Wilhelm, born 1900. i like that kind of people. now, finally, i understand that they have every reason to be. with their own opinion. as they are. getting older myself, that is.

designing alternative ways in your mind is a sign for what we consider requires a different grade, a different level of intelligence. the author follows the idea that this is basically a methodology that can be learned, than would have to be necessarily inherited from high-IQ parents, or coincidental genome mutuation (or strictly given from god as believing in the non-changeable destiny). just my 2ct worth of subjectivity here.

So. even if they are from Austin, Texas, U.S. and they do not believe in climate change, well, at all. they are very sure in that. well. it’s a little bit if stupid in there. yes. don’t show it to them all the time. show it exactly in the point of discussion when there is a point for that. then, listen. it’s not a waste of time. “you’re worrying about CO2 in the atmosphere? rainforest teardown? – well, maybe you have a point, there. but: see. you are from Germany. a country so crowded. no wonder you guys have started WW II. We, we are from Texas. Texxxasss is biiig. Your little Germany, it’d fit more than 10 times inside. And then, there’s The United States. Far, far in the north. We don’t know much of them. But they are definitely bigger. See? North of that, Canada. Some people say it’s even bigger than whole U.S., and Texas together. Right up to the north pole. Do you understand that? – Trees. – ” it only works if both sides are listening. that’s actually a good definition of what we call progress. in every discussion there is a little consensus. You had a point, there. see?

btw, that’s why the pirates are always in controversy with each other (i heard some people on twitter are not even pirates). progressive people. what should they do, otherwise. they’re discussing future society developments. i am one of them, no wonder. remember that everyone thinks their own way. consider feelings expressed by others as hard facts. feelings are… invaluable. everyone wants to be appreciated once in a while. subjectivity is the essence to society. be aware of that.

you, the creative mind, are not equipped for that anymore. you are focussing on the content now. content is key.

but subjectivity is the glue that holds society together.

just as it takes 100 people much longer to get off a bus than 2, it will take any larger living organisation, company or group longer to follow your ideas, than the first two people that you’ve convinced.

be patient with others. there is time. still time. a gift. your time.

something that the digital native is definitely missing.

take it back.

however, should you follow the point of this article in your heart, sometimes there is no other way than to take the lead and fight for your opinion. you know it and see it much earlier. it’s clear to you and nobody around seems to have gotten the point. you have weighted positive and negative consequences many times, all night long when sleep wouldn’t come. and you are sure. you have to do it; they are gonna hate you for it. again. but this is your contribution. the only real contribution in this case. it is your contribution, you know it, and it is important. it is a point that may, even just so may have been overlooked.

then lead; if by means of innovation, focussed controversy or provocation. which doesn’t mean it doesn’t matter for: acceptance. time to publish. controversy. progress. it’s your contribution. nobody will see.

and if they will, this is a pretty good way to find out how public opinion builds, turns against you, and what that means. Ask yourself: why? – are there any key arguments spoken against your point? never exclaim, never complain; that will only make you look selfish. try to be more convincing next time. as a hint, asking open questions may lead others to the point in a way that’s easier for them to accept. sometimes they project a problem, that they have got, back on you, as you’ve pointed it out now into the open, and they knew it all the time. Don’t take anything too personal, or be quiet in the first place. no need to get excited. maybe everyone else wants to do something else, or each of them considers a different topic more important. even if you still think you’re right, is it worth it?

just be sure to strictly focus on the idea. provide an offering and invite others to contribute to your idea and extend it in their own way, rather than destroying their argument and always making sure it was your idea in the first place (a very hard but very important point, where i used to #fail, in the past, frequently. sorry to everyone). put it in the public domain and be happy for copy-cats: they’ll just prove you were right. it’s the idea that counts. content is key.

meanwhile, you are already up for the next idea.

when your idea is ready, wrap it into a nice sheet of your favourite paper, and present it as a present to the group. just as i tried by means of above story.

now. getting boring. let’s close with a #rant – a provocation. how many people can see this. take it. impress. transform. express. here we go. breathe.

{tl; dr}

don’t work, don’t fight for your rights, alone!
use swarm intelligence.
share.

“it’s the #democracy of the future.”

{/tl; dr}

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======================= Nachtrag =======================

Sagte hier jemand, dass er nicht programmieren kann? –

es gibt heute soo viele Plattformen. [1+1][<3]. <3.

Den ersten Schritt müssen Sie schon selber tun; die Welt wartet nicht auf Sie. Aber machen Sie der Welt doch ein Angebot. Man wirft Ihnen die besten Entwicklungsumgebungen hinterher, die die Menschheit bisher bauen konnte! – im Grunde ist “programmieren” nichts anderes als die Niederschrift von Gedanken in stark vereinfachter Form.

Zu kompliziert? – aber, aber, sind Sie von gestern? – ist doch Quatsch aus dem 20. Jahrhundert. Wenn Sie nicht weiter wissen, geben Sie Ihr Problem doch mal bei Google(™) ein. Tausende Menschen erklären ihnen, dass das mal wieder nicht funktioniert, warum es nicht funktioniert, und wie sie das gefixt hätten, wenn sie bei Microsoft(™) arbeiten würden, die es ja voll nicht drauf haben, und welchen Workaround sie jetzt machen müssen. Und lesen können Sie doch, oder? – der Rest ist Kommunikation. Fast wie bei den Piraten.

P.S. da soll es ja auch diese ganz normalen Menschen geben. Hab ich jetzt wieder gehört. Aber naja. Das mit dieser Schwarmintelligenz funktioniert ja doch nicht. Am Ende brauchen die Menschen immer einen Führer(™). Wenn jeder mitbestimmen könnte… das wär’ ja noch schöner! So ein Durcheinander. Wahl-o-Maten? – die können ja nicht funktionieren. Man kann komplexe Fragen für eine Wahl gar nicht so stark reduzieren. Und überhaupt, wir sind doch keine Ameisen. Und dann noch per Software… Kennen wir alles! Einfach nicht ausgereift. Das braucht noch Jahre, bis das läuft. Und am Ende wird es doch manipuliert. NSA und so.

Open source? – jaaaaaa. klar! – theoretisch würd das helfen. Könnte man die Korrektheit verifizieren. Aber wer ist denn so bekloppt und liest sich das alles durch. Ist wie beim Grundgesetz, man kennt das.

Mich sollten sie mal fragen! – das würd’ helfen.

society and language transformation. remember Noam Chomsky.

1984: Buchladen.
2014. Buch laden.

(c) 2014 creative commons: cc-by-sa Martin Bernhardt.

============================================================

references. in order of relevance.
____________________________

[1] @freitagsfrau: Morning. [Digital Coffee.]
https://twitter.com/freitagsfrau/status/489629746452779008

[2] Marina Weisband: Wir nennen es Politik.

[3] Femme Schmidt: Heart Shaped Gun.
For everyone with a fable for film noir, the roaring twenties, and, especially, good music.
http://www.youtube.com/watch?v=ZrK3MjSJ9gM

[4] Anne Helm (@seeroiberjenny): about provocation.
a valuable example how – not to do it right, and how we may learn from it. See user comments.
https://twitter.com/MattBannert/status/438258455733108736

[5] Frans Corten, Noks Nauta, Sieuwke Ronner: “key to innovation?”
about highly creative, intelligent and gifted people. The learning society for sustainable development.
Amsterdam, October 11th. 2006  https://martinbernhardt.wordpress.com/2015/02/15/about-motivation/

[6] Uni Paderborn. Public lectures on Swarm intelligence.
institute for informatics (the science of thinking, solving, and formal language).
http://www.eim.uni-paderborn.de/forschung/professoren-und-ihre-fachgebiete.html

[7] Noam Chomsky: das Propagandamodell.
Formale Sprachen und die Chomsky-Hierarchie.
http://de.wikipedia.org/wiki/Noam_Chomsky

[8] Google: ok, glass.
a simple way to describe a revolutionary impact by means of a simple user-generated video.

http://www.youtube.com/watch?v=v1uyQZNg2vE

feel free. here’s the line. below. it’s yours.
______________________________________________________________

[transparency information]
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6 thoughts on “der Buchladen.

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