Social Styles Model – und welcher Typ sind Sie?

Warum sind wir, wie wir sind? – wie verhalten wir uns in bestimmten Situationen? – was macht einen Typ glücklich, oder unglücklich? – gerade im Berufsleben können wir uns die Kollegen nicht immer aussuchen.

1. der Analyst

2. der Chef

3. die Liebenswerte

4. der Explorer

Wollen Sie erfolgreich sein, aber haben Schwierigkeiten mit einem ganz bestimmten Typ Mensch? – das Social Styles Model unterscheidet vier verschiedene Persönlichkeiten, und erklärt, wie man sie glücklich macht – oder zumindest erfolgreich mit ihnen arbeitet.

Amerikanisch? – erschrecken Sie bitte nicht, wenn es Ihnen, aus unserer Kultur heraus gesehen, zunächst etwas plakativ erscheint. Es ist eine einfache Methodik für den Alltagsebrauch, kein Selbstzweck.

Jeder Mensch steht irgendwo dazwischen, hat von allem etwas, will irgendwo hin. Aber vielleicht finden Sie sich ja doch an der ein- oder anderen Stelle wieder. Und dann schauen Sie mal auf die Auswertung am Ende.

Stimmt’s?!
Dieser Beitrag mag eine Hilfe sein, sich und andere besser zu verstehen, denn jeder Typ hat seine ganz eigenen Werte, Aktionsradien, typischen Verhaltensweisen, Wünsche und Bedürfnisse.

Zunächst die vier “klassischen” Typen in der Übersicht.

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Das Modell interscheidet zwei Achsen – Fragend/Erzählend, Strukturiert/Kreativ. Intuitiv wird klar, dass kein Quadrant “per se” richtig oder falsch, oder wichtiger als ein anderer ist.

Es wäre auf Dauer doch sehr still | es ist sehr laut knd keiner hört mehr zu | ALLES wird berechnet (die Liebe fehlt, der Frust nimmt immer weiter zu) | wenn alle sich den ganzen Tag lieb haben, aber jeder Konflikt unter den Teppich gekehrt wird, und niemand arbeitet, verdienen wir ja nie etwas.

Ein gutes Team kann alle 4 Quadranten besetzen.

1. der Analyst – rational, logisch, faktenorientiert. Zuhörend, Details prüfend.

Typischer Informatiker. In der IT-Landschaft häufig anzutreffen. Oft eher introvertiert. Freut sich über den Auftrag zur Konzeption, zur Kosten-Nutzen-Analyse – die Prüfung von Sachverhalten, Ursachen, die nur er/sie herausfinden kann. Details sind wichtig. Wenn aber so eine Schätzung oder Lieferung in der halben Zeit erfolgen muss, versucht der Analyst, der Situation zu entkommen: “unmöglich!” – “aber wir machen das immer so, und das geht auch nur so.”

Thema: der C64 und damals, als die Bits noch durch die Modems flossen… da war die Welt noch in Ordnung…

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2. der Chef – (“Driver”) – Kosten/Nutzen orientiert. Der Laden muss laufen.

Eine Rolle, der man einen gewissen Respekt entgegenbringen sollte. Keine einfache Rolle. Denn diese Leute können den ganzen Tag nur reden, können von jedem Arbeitsgebiet nur das Wichtigste kennen, und sind doch verantwortlich dafür, dass alle Gehälter pünktlich ausgezahlt werden.

Thema: … und aus diesem Grund brauche ich jemand, der sich das zutraut. Und da denke ich: Sie können das.

Ein guter Chef wird immer auch darauf achten, sich nicht vollends zu überlasten – denn in schwierigen Situationen trägt diese Person die ganze Verantwortung. Und das ist nur so lange schön, wie man nicht selbst vorn steht.

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3. die Liebenswerte –  sozial, hilfsbereit, ausgleichend. Unverzichtbar in jedem funktionierenden Team.

Kann sich gut mit Bewährtem anfreunden, dankbar und fleißig. Kommt fachlich (zu) wenig zu Wort, wenn er/sie auch mal etwas sagt, da eher sozial als inhaltlich orientiert. Daher oft schwache Triebfeder.

Aber: leistet wichtigen Beitrag zur Kultur. So kann z.B. mangelnde Performance einer Software auf mangelnde Qualität (Exzellenzgedanke) zurückzuführen sein, und das wäre dann ein Zeichen fehlender Unternehmenskultur. Denn niemand nahm sich die Zeit, richtig schöne, faire Unternehmensrichtlinien zu entwerfen. Und alle Neuen orientierten sich daran, dass es keine Regeln gab. Und dann gab es nur noch Konflikte.

Thema:  es wäre schön, wenn Kollege … und … einfach besser zusammenarbeiten würden… Das ist ja fast wie in diesem Film, wo … und auf <insert your SocialMedia Channel here/> hab ich’s auch gelesen!
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4. der Explorer – visionär, kreativ, vorausschauend. Denkt nachhaltig, plant weit nach vorn, für die Zukunft.

Vergisst darüber gern auch mal den Wochenbericht, oder die banale eigentliche Aufgabe. Für diese Menschen sind einfache Dinge, die diese unglaubliche Geduld erfordern, eine Qual. Sie sind ein ungeduldiger Typ und wollen die Welt verändern.

Vorsicht: dies sind ganz liebe Menschen, die gern von ihrer Welt erzählen, aber wird der Chef ärgerlich, so neigen Explorer als einzige zum Gegenangriff:

“ernsthaft? – dies haben wir nicht, hier sind wir verloren, das kommt noch dazu, und in dieser Situation soll ich so eine langweilige Standard-Aufgabe machen? – hier müssten wir gaanz anders vorgehen.” (Chef: aber, wir müssen Geld verdienen…) Nein, Chef, nein! Du hast es ja immer noch nicht vestanden! So sind sie, denn ihre Welt stürzt gerade zusammen.

Im Gegensatz zum Analyst, der unter Druck gesetzt flüchtet (s.o. Bild), geht der Explorer hier also zum Angriff über.

Thema: die Welt von morgen und alles, was danach kommt (… und das ist ein wichtiger Beitrag, denn alle anderen kommen ja gar nicht dazu…)

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5. Stärken, Schwächen, und wie man jedem Typ gerecht wird.

Das folgende Diagramm sollte man sich etwas genauer ansehen.

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Das Wichtigste zum Schluss: es gibt keine überlegene Rolle. Nur im Zusammenspiel ergibt sich der Fortschritt, der gemeinsame Erfolg. Oder der Untergang.

Das bedeutet aber auch, dass man mit der gleichen PPT-Folie Kunde A langweilen, B glücklich machen, C überfordern, und D ärgern kann. Eine gute Präsentation sollte daher grundsätzlich jede der vier Rollen wenigstens einmal ansprechen – es sei denn, man kennt seinen Kunden genau. Dann kann man darauf eingehen. Denn Kundenzufriedenheit ist immer noch das höchste Gebot, das es für ein Unternehmen geben kann.

Der Königsweg wäre, alle vier Quadranten betreten zu können – je nach Situation. Das können nur ganz wenige. Die haben verstanden, dass Divergenz kein Problem am sich ist, und gleichen alles aus.

Danke für’s Lesen! Respekt vor dem, der heute – im Zeitalter des Informationsüberflusses – noch zuhören kann, und sich ein wenig Zeit genommen hat, um meinen kleinen Beitrag anzuschauen.

Vielen Dank!  ⛅️🌱🌍

Idee und Danksagung:
Dr. Heiko Spitzer, entellgenio, München.

 

In diesem Folgebeitrag auf Dynamic Applications vergleiche ich das Social Styles Model mit dem Team-Rollen-Ansatz nach Meredith Belbin.

Social Style Model – Menschen und Kultur.

Quellen:

Strategic Direction – The Social Styles Model

Tracom Group – Social Styles Model

socialstyles.de – effektiver kommunizieren mit Kunden, Kollegen und Mitarbeitern

Fragen? Anmerkungen?  –  das Kommentarfeld steht bereit.

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4 thoughts on “Social Styles Model – und welcher Typ sind Sie?

  1. Pingback: Social Styles Model – Menschen und Kultur. – Dynamic Applications

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